Luther ganz groß an der Mauer der Berger Lutherkirche

BERSENBRÜCKER KREISBLATT VOM 22.10.2017
VIDEO-PROJEKT Luther ganz groß an der Mauer der Berger Lutherkirche Von Lena Kolde
Aus der Kirche, auf die Kirche: Luther ist in Berge noch auch an der äußeren Kirchenwand zu sehen. Foto: Lena Kolde Berge. Ein Bild von Martin Luther ist in diesen Tagen nicht nur in der Berger Lutherkirche zu sehen, sondern kann auch außen. Seit Freitagabend zeigt der Bund Bildender Künstler (BBK) 14 Interpretationen der Reformationspersönlichkeit an die südliche Kirchenwand. Von Anfang an sei klar gewesen, dass es zu diesem komplexen Thema nicht ausreichend wäre, nur einen Künstler zu zeigen, erzählte Jens Raddatz, der Vorsitzende des BBK. Und so entstanden die unterschiedlichsten Werke, die sowohl optimistische, als auch kritische Seiten der Reformation beleuchten – passend zum anstehenden Reformationstag. Nicht nur sehen, sondern auch vestehen Nach dem Grußwort des Pastors Jürgen Loharens, bekamen die Gäste einen ersten Eindruck von den Ideen hinter dem Bild. Zunächst erläuterte Künstlerin Margrit Rusert ihre Darstellung der Madonna in Form vieler, individueller Frauentypen. Man solle die Kunstwerke schließlich nicht nur sehen, sondern auch verstehen, lautete der Appell des BBK. In diesem Sinne erklärte auch Regine Wolf ihren Film vom Übermalen des bekannten Luther Portraits und Tina Schick lies aus ihrem Regionalkrimi „Osnabrücker Reformanin“, der ebenfalls im Zuge des Projektes entstanden war. Hier ging es vor allem um die Menschenrechte, die in Form von Thesen an regionalen Kirchen angebracht wurden. Man müsse auch heute noch auf Missstände aufmerksam machen, so die Religionslehrerin Tina Schick. Schließlich stellte Jens Raddatz ebenfalls sein eigenes Werk einer audiogesteuerten 3D Animation vor, während diese schon durch die Kirchenfenster von draußen hereinschien. Das machte neugierig auf die Projektion, sodass sich schließlich alle Besucher auf dem Vorplatz versammelten, um gemeinsam das Farbenspiel bei Wein und Knabbereien zu betrachten. Lob für die Berger Kirchwand Dank der großen Bildfläche erkannten alle Zuschauer nun viele neue Einzelheiten, die zuvor gar nicht aufgefallen waren. Ein Lob bekam auch die Berger Kirchwand, auf der die Präsentation sehr gut zu sehen sei, bestätigten Besucher, die schon die vorherige Vorstellung in Quakenbrück gesehen hatten. Insgesamt waren sich alle Gäste einig, dass es eine witzige und moderne Idee sei, die eine neue Sichtweise vermittelt. Im Gespräch mit den Künstlern konnte sich dann über weitere Eindrücke ausgetauscht werden. Der Vorteil dieser Videoprojektion sei, dass damit alle Techniken und Medien abgebildet werden können. „Und es gibt eine starke Parallele zu der Reformation, etwas das in der Kirche beginnt, wandert anschließend aus der Kirche hinaus“, erläutert Jens Raddatz die Projektidee, die gemeinsam mit dem Kulturbüro des Landkreises Osnabrück entstanden war. Präsentation bis Dienstag Für die gute Zusammenarbeit bedankte sich schließlich der Kulturbeauftragte Burkhard Fromme, der außerdem zugab: „Es ist immer wieder schön hier in Berge“ und sich somit besonders freue, dass Berge zu den sieben Kommunen gehört, in denen dieses Kulturprojekt vorgestellt wird. Bis Dienstag wird die Projektion in den Abendstunden von 19.30 bis 22.30 Uhr an der Lutherkirche noch zu sehen sein