"...dat hillige Evangelium..." - Geschichte raus aus dem Klassenzimmer, rein ins Museum.

Die sehenswerte Ausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum wurde gemeinsam mit Schülern des Gymnasium Carolinum konzipiert. Zum Internationalen Museumstag wurde sie eröffnet. Die Schüler führen als Peer-Guides kenntnisreich und mit viel Engagement. Absolut zu empfehlen.

„ Geschichte raus aus dem Klassenzimmer, rein ins Museum“. Das steht hinter dem Kooperationsprojekt von Schule (Gymnasium Carolinum) und Kulturgeschichtlichem Museum in Osnabrück. Hier geht es um die Geschichte der Reformation. „…dat hillige Evangelium recht prediken. Osnabrück im Zeitalter der Reformation“. Die Ausstellung wurde zum Internationalen Museumstag eröffnet und läuft noch bis Ende Oktober. „Sie hat zwei Stars“, sagt Thorsten Heese, der Kurator. Der eine Star seien die Schüler. Mit ihnen gemeinsam entstand das Konzept für die Ausstellung. Entscheidend war dabei ihr Anspruch: „Irgendwas müssen wir selber machen“. Der bringt der Ausstellung das außergewöhnlichste Exponat: Die Schüler haben das berühmte Gemälde „Gesetz und Gnade“ von Cranach d.Ä. in einzelnen Szenen nachgestellt und als Raum füllende Fotocollage wieder zusammengesetzt. Der Ausstellungsraum im 1. Stock des Kulturgeschichtlichen Museums gibt mit Nische und gusseiserner Säule in der Mitte die perfekte Bildaufteilung und den Hintergrund ab. Der zweite Star der Ausstellung seien die 95 Exponate, sämtlich aus dem Depot des Museums entnommen, aber neu zusammengestellt, so Heese. Witzige Idee: Auf der Rückseite von Luthers Thesenplakat werden sie als „95 Osnabrücker Thesen“ zum Ausstellungsleitfaden umdefiniert. „Hier schreiben Schüler Museumsgeschichte“, so Thorsten Heese ein wenig stolz. Denn es sind die Schüler, die als sog. Peer-Guides für eine motivierte, sehr kompetente Führung und Vermittlung des Themas „Reformation in Osnabrück“ sorgen.
Zur Ausstellungseröffnung gab es dann auch kein klassisches Streicherquartett, sondern zwei „Reformationsschlager“: Ein feste Burg und Nun freut euch liebe Christen gmein… - gemeinsam gesungen von allen Gästen- mehr oder weniger inbrünstig. „Auch Ausstellungseröffnungen müssen reformiert werden!“ so Thorsten Heese.
Nützliche Informationen: Laufzeit: 21.05. – 31.10.2017, Felix-Nussbaum-Haus / Kulturgeschichtliches Museum. Öffnungszeiten: Di.-Fr. 11.00 – 18.00 Uhr, Sa/So. 10.00 – 18.00 Uhr, jeden 1. Do. im Monat: 11.00 -20.00 Uhr. Eintritt: 5 €/erm.3 €, für U18 frei. www.osnabrueck.de/reformationsausstellung. Öffentliche Führungen mit den Peer-Guides 1x mtl. sonntags, 15.30 h oder nach Vereinbarung. .